Dienstag, 24. August 2010
Die Entdeckung Amerikas
in Historisches
um
17:42
Wenn ein Fremder in Tiefenbach über Kolumbus und seine glorreiche Entdeckung Amerikas berichtet, schütteln die Tiefenbacher nur mitleidig den Kopf. Sie wissen genau, dass die Entdeckung dieser zwei Kontinente (Nord- und Südamerika) nicht auf die Kappe dieses vermeintlichen Entdeckers geht. Fakt ist, dass wieder einmal ein Mitglied der alteingesessenen Tiefenbacher Familie Rückenwind seine Finger im Spiel hatte. Das »Alteingesessen« bezieht sich in diesem Fall tatsächlich auf das Sitzen, nämlich auf das im Kerker. Bedingt durch ihr etwas verschobenes Weltbild brachte die Familie Rückenwind es nämlich auf sage und schreibe rund 300 Jahre Kerkererfahrung.
Einer der etwas praktischeren Köpfe dieses Clans, Thöselbär Rückenwind, befand sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts zufällig gerade in Spanien, als der italienische Kauffahrer Christoph Kolumbus dort verweilte, weil er mit Isabella von Kastilien um ein hart gekochtes Ei gewettet hatte, dass die Erde rund sei und er auch von Westen her nach Indien gelangen könnte. Und weil Thöselbär sich wegen einer kleinen Damenstreitigkeit sowieso anschickte, Spanien erstmal zu verlassen, heuerte er kurzerhand als Offizier bei Christoph Kolumbus an, den er selbst immer nur Lumpi
nannte.
Bereits nach kurzer Zeit stellte er allerdings fest, dass Kolumbus nicht gerade der fähigste Kapitän zur See war, dafür aber der wahrscheinlich betrunkenste. Auch um die Besatzung der drei Schiffe stand es nicht gut. Wie von einem angeschickertem Kapitän nicht anders zu erwarten, hatte Kolumbus seine Mannschaften zumeist dort rekrutiert, wo es den billigsten Wein gab, denn dort fühlte er sich am wohlsten.
Wie zu erwarten gab es auch gleich zu Beginn der Fahrt die ersten Probleme. Thöselbär beschreibt sie in seinem persönlichen Logbuch:
1. Tag.
Lumpi ist voll wie tausend Mann. Habe Befehl zum Ablegen gegeben, weil die örtlichen Tavernenwirte wegen der Bezahlung der Deckel Druck machen.
2. Tag:
Hartnäckiges Wirtspack. Zwei Schiffe folgen unserer Santa Maria. Das eine heißt Pinta, das andere ist zu weit weg, um den Namen lesen zu können. Schätze es sind die Wirte der Tavernen „La Puta“ und „La Porca“, bei denen Lumpi noch größere Deckel offen hat.
3. Tag
Lumpi ist stockbesoffen über Bord gegangen. Haben ihn rausgefischt und zum auslüften an den Mast gebunden. So ein Stinker.
6. Tag:
Lumpi ausnahmsweise nüchtern. Hat mir Unsinn über ein Ding mit Glasdeckel erzählt. Nennt es Kompass und behauptet, es würde die Richtung anzeigen. Muss am Kater liegen.
8. Tag:
Schweres Wetter. Habe Hufeisen am Kompassständer angebracht. Etwas Glück schadet nie.
18. Tag:
Haben knapp einen Eisberg verfehlt. Lumpi ist nervös. Kann sich den Kälteeinbruch nicht erklären. Haben Verfolger abgehängt.
22. Tag:
Lumpi gibt meinem Hufeisen die Schuld am falschen Kurs. Scheint wohl wieder betrunken zu sein.
30. Tag:
Indien in Sicht! Lumpi jubelt, ich zweifele. Habe gedacht Indien wäre größer.
30. Tag b):
Indien doch nicht gefunden. Stattdessen einem Blauwal wegen groben Unfugs den Krieg erklärt. Lumpi sauer.
35. Tag:
Wollte angeln. Habe mir als Blinker ein Ding namens Sextant aus Lumpis Alteisenkiste geborgt. Kiste ins Wasser gefallen. Schiffsjunge beauftragt, Kiste wiederzuholen. Scheint desertiert zu sein, von Schiffsjunge und Kiste fehlt jede Spur.
36. Tag:
Lumpi ist sauer auf den Schiffsjungen, der mit der Kiste abgehauen ist. Wär ich auch, waren wohl Navigationsdinger drin.
42. Tag:
Lumpi wieder sturzbetrunken. Schweres Wetter, schwere See. Smutje füttert Schiffsziege schlecht, ich füttere Fische dafür besser.
46. Tag:
Immer noch schwere See. Wasser im Schiff. Habe zwei Löcher als Ablauf in den Boden gebohrt. Wasser steigt trotzdem weiter.
47. Tag:
Lumpi flucht. Wasser ist weiter gestiegen und er hat nasse Füße bekommen.
48. Tag:
Lumpi hat Abflüsse gefunden. Nennt mich einen Spinner. Hätte mir ruhig sagen können, dass das Schiff auch Pumpen
hat.
50. Tag:
Verfolger haben auch nach 7 Wochen noch nicht aufgegeben. Lumpi stammelt im Suff etwas von Konvoi und Verstärkung, halluziniert scheinbar. Rum muss schlecht gewesen sein.
53. Tag:
Verfolger holen auf. Frage Lumpi, wie man das Schiff schneller macht. Lumpi wieder voll, stammelt etwas von beidrehen. Denke er ist im Delirium und gebe Anweisung, Ballast abzuwerfen.
54. Tag:
Sind immer noch zu langsam. Habe allen Übergewichtigen befohlen, in die Beiboote zu wechseln und habe sie zurückgelassen. Lumpi schlummert den Schlaf der Volltrunkenen.
57. Tag:
Sehe Land in weiter Ferne. Um zu beschleunigen alle Rumfässer über Bord geworfen. Mannschaft und Lumpi sind hinterher gesprungen. Bin jetzt ganz allein.
60. Tag:
Schiff auf den Strand gesetzt. Eingeborene gesehen, wenn das Indien ist, bin ich Indianer. Warte auf Lumpi, der schwimmend bestimmt länger braucht.
62. Tag:
Freundschaft mit Eingeborenen geschlossen. Zeigen viel Interesse an meinem langen Blonden Haar.
63. Tag:
Verfolgerschiffe haben mich gefunden. Komisch, Lumpi war an Bord.
64. Tag:
Lumpi war außer sich vor Wut. Waren wohl keine Verfolger sondern Geleitschutz. Komischer Schutz, waren ja fast nie da. Lumpi gibt mir Schuld an allen Unglücksfällen während der Fahrt. Abergläubischer Italiener.
70. Tag:
Lumpi drängt zur Rückfahrt. Hat scheinbar aber etwas an Land vergessen und schickt mich im Beiboot zurück.
71. Tag:
Haben mich wohl vergessen. Kaum war ich gelandet, fuhren sie los. Lumpi hat wohl wieder Deckel gemacht. Eingeborener Wirt hat mir die Haare samt Kopfhaut geklaut. Unfreundliches Land, hat keine große Zukunft.
72. Tag:
Eingeborene haben sich bunt bemalt und einen bunten Pfahl aufgestellt und mit Holz umschichtet. Scheint Karneval zu sein. Sie kommen mich holen. Ich bin gespannt, ich mag Karneval.
Hier endet das Logbuch. Bewiesen ist allerdings, nicht Christoph Kolumbus fand Amerika, sondern ein echter Rückenwind.
nannte.
Bereits nach kurzer Zeit stellte er allerdings fest, dass Kolumbus nicht gerade der fähigste Kapitän zur See war, dafür aber der wahrscheinlich betrunkenste. Auch um die Besatzung der drei Schiffe stand es nicht gut. Wie von einem angeschickertem Kapitän nicht anders zu erwarten, hatte Kolumbus seine Mannschaften zumeist dort rekrutiert, wo es den billigsten Wein gab, denn dort fühlte er sich am wohlsten.
Wie zu erwarten gab es auch gleich zu Beginn der Fahrt die ersten Probleme. Thöselbär beschreibt sie in seinem persönlichen Logbuch:
1. Tag.
Lumpi ist voll wie tausend Mann. Habe Befehl zum Ablegen gegeben, weil die örtlichen Tavernenwirte wegen der Bezahlung der Deckel Druck machen.
2. Tag:
Hartnäckiges Wirtspack. Zwei Schiffe folgen unserer Santa Maria. Das eine heißt Pinta, das andere ist zu weit weg, um den Namen lesen zu können. Schätze es sind die Wirte der Tavernen „La Puta“ und „La Porca“, bei denen Lumpi noch größere Deckel offen hat.
3. Tag
Lumpi ist stockbesoffen über Bord gegangen. Haben ihn rausgefischt und zum auslüften an den Mast gebunden. So ein Stinker.
6. Tag:
Lumpi ausnahmsweise nüchtern. Hat mir Unsinn über ein Ding mit Glasdeckel erzählt. Nennt es Kompass und behauptet, es würde die Richtung anzeigen. Muss am Kater liegen.
8. Tag:
Schweres Wetter. Habe Hufeisen am Kompassständer angebracht. Etwas Glück schadet nie.
18. Tag:
Haben knapp einen Eisberg verfehlt. Lumpi ist nervös. Kann sich den Kälteeinbruch nicht erklären. Haben Verfolger abgehängt.
22. Tag:
Lumpi gibt meinem Hufeisen die Schuld am falschen Kurs. Scheint wohl wieder betrunken zu sein.
30. Tag:
Indien in Sicht! Lumpi jubelt, ich zweifele. Habe gedacht Indien wäre größer.
30. Tag b):
Indien doch nicht gefunden. Stattdessen einem Blauwal wegen groben Unfugs den Krieg erklärt. Lumpi sauer.
35. Tag:
Wollte angeln. Habe mir als Blinker ein Ding namens Sextant aus Lumpis Alteisenkiste geborgt. Kiste ins Wasser gefallen. Schiffsjunge beauftragt, Kiste wiederzuholen. Scheint desertiert zu sein, von Schiffsjunge und Kiste fehlt jede Spur.
36. Tag:
Lumpi ist sauer auf den Schiffsjungen, der mit der Kiste abgehauen ist. Wär ich auch, waren wohl Navigationsdinger drin.
42. Tag:
Lumpi wieder sturzbetrunken. Schweres Wetter, schwere See. Smutje füttert Schiffsziege schlecht, ich füttere Fische dafür besser.
46. Tag:
Immer noch schwere See. Wasser im Schiff. Habe zwei Löcher als Ablauf in den Boden gebohrt. Wasser steigt trotzdem weiter.
47. Tag:
Lumpi flucht. Wasser ist weiter gestiegen und er hat nasse Füße bekommen.
48. Tag:
Lumpi hat Abflüsse gefunden. Nennt mich einen Spinner. Hätte mir ruhig sagen können, dass das Schiff auch Pumpen
hat.
50. Tag:
Verfolger haben auch nach 7 Wochen noch nicht aufgegeben. Lumpi stammelt im Suff etwas von Konvoi und Verstärkung, halluziniert scheinbar. Rum muss schlecht gewesen sein.
53. Tag:
Verfolger holen auf. Frage Lumpi, wie man das Schiff schneller macht. Lumpi wieder voll, stammelt etwas von beidrehen. Denke er ist im Delirium und gebe Anweisung, Ballast abzuwerfen.
54. Tag:
Sind immer noch zu langsam. Habe allen Übergewichtigen befohlen, in die Beiboote zu wechseln und habe sie zurückgelassen. Lumpi schlummert den Schlaf der Volltrunkenen.
57. Tag:
Sehe Land in weiter Ferne. Um zu beschleunigen alle Rumfässer über Bord geworfen. Mannschaft und Lumpi sind hinterher gesprungen. Bin jetzt ganz allein.
60. Tag:
Schiff auf den Strand gesetzt. Eingeborene gesehen, wenn das Indien ist, bin ich Indianer. Warte auf Lumpi, der schwimmend bestimmt länger braucht.
62. Tag:
Freundschaft mit Eingeborenen geschlossen. Zeigen viel Interesse an meinem langen Blonden Haar.
63. Tag:
Verfolgerschiffe haben mich gefunden. Komisch, Lumpi war an Bord.
64. Tag:
Lumpi war außer sich vor Wut. Waren wohl keine Verfolger sondern Geleitschutz. Komischer Schutz, waren ja fast nie da. Lumpi gibt mir Schuld an allen Unglücksfällen während der Fahrt. Abergläubischer Italiener.
70. Tag:
Lumpi drängt zur Rückfahrt. Hat scheinbar aber etwas an Land vergessen und schickt mich im Beiboot zurück.
71. Tag:
Haben mich wohl vergessen. Kaum war ich gelandet, fuhren sie los. Lumpi hat wohl wieder Deckel gemacht. Eingeborener Wirt hat mir die Haare samt Kopfhaut geklaut. Unfreundliches Land, hat keine große Zukunft.
72. Tag:
Eingeborene haben sich bunt bemalt und einen bunten Pfahl aufgestellt und mit Holz umschichtet. Scheint Karneval zu sein. Sie kommen mich holen. Ich bin gespannt, ich mag Karneval.
Hier endet das Logbuch. Bewiesen ist allerdings, nicht Christoph Kolumbus fand Amerika, sondern ein echter Rückenwind.
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