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            <name>Farlion</name>
                    </author>
    
        <published>2010-08-24T15:42:12Z</published>
        <updated>2010-08-28T23:02:07Z</updated>
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                <div style="width: 93px;" class="serendipity_imageComment_right"><br />
<div class="serendipity_imageComment_img"><a   rel="lightbox" href="http://www.stadt-tiefenbach.de/info/uploads/pics/thoeselbaer_rueckenwind.jpg" title="Thöselbär Rückenwind" class="serendipity_image_link"><!-- s9ymdb:16 --><img width="93" height="110" alt="Thöselbär Rückenwind" title="Thöselbär Rückenwind" src="http://www.stadt-tiefenbach.de/info/uploads/pics/thoeselbaer_rueckenwind.serendipityThumb.jpg" class="serendipity_image_right" /></a></div><br />
<div class="serendipity_imageComment_txt">Thöselbär Rückenwind</div><br />
</div>Wenn ein Fremder in Tiefenbach über Kolumbus und seine glorreiche Entdeckung Amerikas berichtet, schütteln die Tiefenbacher nur mitleidig den Kopf. Sie wissen genau, dass die Entdeckung dieser zwei Kontinente (Nord- und Südamerika) nicht auf die Kappe dieses vermeintlichen Entdeckers geht. Fakt ist, dass wieder einmal ein Mitglied der alteingesessenen Tiefenbacher Familie Rückenwind seine Finger im Spiel hatte. Das »Alteingesessen« bezieht sich in diesem Fall tatsächlich auf das Sitzen, nämlich auf das im Kerker. Bedingt durch ihr etwas verschobenes Weltbild brachte die Familie Rückenwind es nämlich auf sage und schreibe rund 300 Jahre Kerkererfahrung. Einer der etwas praktischeren Köpfe dieses Clans, Thöselbär Rückenwind, befand sich gegen Ende des 15. Jahrhunderts zufällig gerade in Spanien, als der italienische Kauffahrer Christoph Kolumbus dort verweilte, weil er mit Isabella von Kastilien um ein hart gekochtes Ei gewettet hatte, dass die Erde rund sei und er auch von Westen her nach Indien gelangen könnte. Und weil Thöselbär sich wegen einer kleinen Damenstreitigkeit sowieso anschickte, Spanien erstmal zu verlassen, heuerte er kurzerhand als Offizier bei Christoph Kolumbus an, den er selbst immer nur Lumpi<br />nannte.<br />Bereits nach kurzer Zeit stellte er allerdings fest, dass Kolumbus nicht gerade der fähigste Kapitän zur See war, dafür aber der wahrscheinlich betrunkenste. Auch um die Besatzung der drei Schiffe stand es nicht gut. Wie von einem angeschickertem Kapitän nicht anders zu erwarten, hatte Kolumbus seine Mannschaften zumeist dort rekrutiert, wo es den billigsten Wein gab, denn dort fühlte er sich am wohlsten.<br />Wie zu erwarten gab es auch gleich zu Beginn der Fahrt die ersten Probleme. Thöselbär beschreibt sie in seinem persönlichen Logbuch:<br /><br /><strong>1. Tag.</strong><br />Lumpi ist voll wie tausend Mann. Habe Befehl zum Ablegen gegeben, weil die örtlichen Tavernenwirte wegen der Bezahlung der Deckel Druck machen.<br /><br /><strong>2. Tag:</strong><br />Hartnäckiges Wirtspack. Zwei Schiffe folgen unserer Santa Maria. Das eine heißt Pinta, das andere ist zu weit weg, um den Namen lesen zu können. Schätze es sind die Wirte der Tavernen &#8222;La Puta&#8220; und &#8222;La Porca&#8220;, bei denen Lumpi noch größere Deckel offen hat.<br /><br /><strong>3. Tag</strong><br />Lumpi ist stockbesoffen über Bord gegangen. Haben ihn rausgefischt und zum auslüften an den Mast gebunden. So ein Stinker.<br /><br /><strong>6. Tag:</strong><br />Lumpi ausnahmsweise nüchtern. Hat mir Unsinn über ein Ding mit Glasdeckel erzählt. Nennt es Kompass und behauptet, es würde die Richtung anzeigen. Muss am Kater liegen.<br /><br /><strong>8. Tag:</strong><br />Schweres Wetter. Habe Hufeisen am Kompassständer angebracht. Etwas Glück schadet nie.<br /><br /><strong>18. Tag:</strong><br />Haben knapp einen Eisberg verfehlt. Lumpi ist nervös. Kann sich den Kälteeinbruch nicht erklären. Haben Verfolger abgehängt.<br /><br /><strong>22. Tag:</strong><br />Lumpi gibt meinem Hufeisen die Schuld am falschen Kurs. Scheint wohl wieder betrunken zu sein.<br /><br /><strong>30. Tag:</strong><br />Indien in Sicht! Lumpi jubelt, ich zweifele. Habe gedacht Indien wäre größer.<br /><br /><strong>30. Tag b):</strong><br />Indien doch nicht gefunden. Stattdessen einem Blauwal wegen groben Unfugs den Krieg erklärt. Lumpi sauer.<br /><br /><strong>35. Tag:</strong><br />Wollte angeln. Habe mir als Blinker ein Ding namens Sextant aus Lumpis Alteisenkiste geborgt. Kiste ins Wasser gefallen. Schiffsjunge beauftragt, Kiste wiederzuholen. Scheint desertiert zu sein, von Schiffsjunge und Kiste fehlt jede Spur.<br /><br /><strong>36. Tag:</strong><br />Lumpi ist sauer auf den Schiffsjungen, der mit der Kiste abgehauen ist. Wär ich auch, waren wohl Navigationsdinger drin.<br /><br /><strong>42. Tag:</strong><br />Lumpi wieder sturzbetrunken. Schweres Wetter, schwere See. Smutje füttert Schiffsziege schlecht, ich füttere Fische dafür besser.<br /><br /><strong>46. Tag:</strong><br />Immer noch schwere See. Wasser im Schiff. Habe zwei Löcher als Ablauf in den Boden gebohrt. Wasser steigt trotzdem weiter.<br /><br /><strong>47. Tag:</strong><br />Lumpi flucht. Wasser ist weiter gestiegen und er hat nasse Füße bekommen.<br /><br /><strong>48. Tag:</strong><br />Lumpi hat Abflüsse gefunden. Nennt mich einen Spinner. Hätte mir ruhig sagen können, dass das Schiff auch Pumpen<br />hat.<br /><br /><strong>50. Tag:</strong><br />Verfolger haben auch nach 7 Wochen noch nicht aufgegeben. Lumpi stammelt im Suff etwas von Konvoi und Verstärkung, halluziniert scheinbar. Rum muss schlecht gewesen sein.<br /><br /><strong>53. Tag:</strong><br />Verfolger holen auf. Frage Lumpi, wie man das Schiff schneller macht. Lumpi wieder voll, stammelt etwas von beidrehen. Denke er ist im Delirium und gebe Anweisung, Ballast abzuwerfen.<br /><br /><strong>54. Tag:</strong><br />Sind immer noch zu langsam. Habe allen Übergewichtigen befohlen, in die Beiboote zu wechseln und habe sie zurückgelassen. Lumpi schlummert den Schlaf der Volltrunkenen.<br /><br /><strong>57. Tag:</strong><br />Sehe Land in weiter Ferne. Um zu beschleunigen alle Rumfässer über Bord geworfen. Mannschaft und Lumpi sind hinterher gesprungen. Bin jetzt ganz allein.<br /><br /><strong>60. Tag:</strong><br />Schiff auf den Strand gesetzt. Eingeborene gesehen, wenn das Indien ist, bin ich Indianer. Warte auf Lumpi, der schwimmend bestimmt länger braucht.<br /><br /><strong>62. Tag:</strong><br />Freundschaft mit Eingeborenen geschlossen. Zeigen viel Interesse an meinem langen Blonden Haar.<br /><br /><strong>63. Tag:</strong><br />Verfolgerschiffe haben mich gefunden. Komisch, Lumpi war an Bord.<br /><br /><strong>64. Tag:</strong><br />Lumpi war außer sich vor Wut. Waren wohl keine Verfolger sondern Geleitschutz. Komischer Schutz, waren ja fast nie da. Lumpi gibt mir Schuld an allen Unglücksfällen während der Fahrt. Abergläubischer Italiener.<br /><br /><strong>70. Tag:</strong><br />Lumpi drängt zur Rückfahrt. Hat scheinbar aber etwas an Land vergessen und schickt mich im Beiboot zurück.<br /><br /><strong>71. Tag:</strong><br />Haben mich wohl vergessen. Kaum war ich gelandet, fuhren sie los. Lumpi hat wohl wieder Deckel gemacht. Eingeborener Wirt hat mir die Haare samt Kopfhaut geklaut. Unfreundliches Land, hat keine große Zukunft.<br /><br /><strong>72. Tag:</strong><br />Eingeborene haben sich bunt bemalt und einen bunten Pfahl aufgestellt und mit Holz umschichtet. Scheint Karneval zu sein. Sie kommen mich holen. Ich bin gespannt, ich mag Karneval.<br /><br />Hier endet das Logbuch. Bewiesen ist allerdings, nicht Christoph Kolumbus fand Amerika, sondern ein echter Rückenwind. 
            </div>
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            <name>Farlion</name>
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        <published>2010-08-24T15:15:20Z</published>
        <updated>2010-08-24T16:03:40Z</updated>
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        <title type="html">Wenn Politik den tiefen Bach runter geht</title>
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                <div class="serendipity_imageComment_right" style="width: 85px"><div class="serendipity_imageComment_img"><a  class="serendipity_image_link" title="Haderlump Rückenwind"  rel='lightbox' href='http://www.stadt-tiefenbach.de/info/uploads/pics/haderlump.jpg'><!-- s9ymdb:17 --><img class="serendipity_image_right" width="85" height="110"  src="http://www.stadt-tiefenbach.de/info/uploads/pics/haderlump.serendipityThumb.jpg" title="Haderlump Rückenwind" alt="Haderlump Rückenwind" /></a></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Haderlump Rückenwind</div></div>Dass die Tiefenbacher ein aufgeschlossenes und völlig unkompliziertes Volk sind, hat sich in der Vergangenheit ja oft gezeigt. Aus diesem Grund zeigen sich die Tiefenbacher auch immer hocherfreut darüber, wenn ein findiger und hoffnungsvoller Politologe sich im Städtchen einfindet, um den Tiefenbachern die neueste politische Ausrichtung zu präsentieren.<br />
Über Jahrhunderte hinweg vertrauten die Tiefenbacher ihrem Fürstengeschlecht, derer von Hohenniederwasserbachlauf (Besucher der letzten Lesung erinnern sich vielleicht noch an den kühnen Isidor und den pfiffigen Hadranor). Aber wie in allen Adelsgeschlechtern Europas, machte sich auch im Hause Hohenniederwasserbachlauf nach einigen hundert Jahren bemerkbar, dass das ständige Heiraten von Cousins und Cousinen sich durchaus negativ auf die geistige Gesundheit auswirken kann.  Und so geschah es eines Tages, dass der letzte Spross dieses alten Adelsgeschlechts, Adalbert, vom Volk auch Adi die Weichbirne genannt, auf die Idee kam, dem ständig wachsenden Kutschverkehr in Tiefenbach dadurch Einhalt zu gebieten, indem er die Stadt untertunneln wollte und die Straßen dadurch zu entlasten gedachte. Im Prinzip wäre Weichbirne Adi der Erfinder der ersten U-Bahn gewesen, wenn er nicht beim Durchbruch des Tunnels den tiefen Bach angebohrt hätte, von dem Tiefenbach ja bekanntlich seinen Namen hat.<br />
Also bekam er bei der Besichtigung des Durchbruchs zunächst nasse Füße, dann feuchte Augen und schließlich einen Nervenzusammenbruch, bevor er ertrank. Seine letzten Worte waren:<br />
<em>»Mich deucht, den Abfluss hätte ich vielleicht doch nicht einsparen sollen.«</em><br />
Und so fand der zweite Adelige, nach dem kühnen Raubritter Kasimir von Knutendresch, im tiefen Bach sein feuchtes Grab.<br />
<br />
Die Tiefenbacher standen allerdings jetzt vor einem Problem: sie hatten keine Regierung mehr, denn der gute Adi war nicht nur strohdoof, sondern zudem auch noch so hässlich, dass ihn nicht einmal eine seiner Cousinen zum Mann nehmen wollte. In aller Eile beriefen die Tiefenbacher eine Bürgerversammlung ein, in der über das zukünftige Wohl der Stadt und über eine mögliche neue Regierung verhandelt werden sollte.<br />
Eine Vereinigung mit einem der angrenzenden Fürstentümer oder Königshäuser kam schon mal nicht in Frage. Schließlich hörte man von durchreisendem Volk genug über die hohen Steuern und die unflexiblen Herren anderer Reiche, die ihrem Volk teilweise sogar das Lesen und Schreiben untersagten.<br />
Also beschlossen die Tiefenbacher, dass sie selbst etwas herumprobieren müssten, um verschiedenste Regierungsformen anzutesten. Außerdem legten sie das erste Tiefenbacher Stadtgesetz fest, nach dem nur ein gebürtiger Tiefenbacher das Oberhaupt der Stadt sein dürfte.<br />
Als erstes probierten die Tiefenbacher ein System, welches die Forscher der Fakultät für theoretisierte Geschichte an der Freigemauerten Universität Tiefenbach in alten germanischen Aufzeichnungen fanden: das System des Ältestenrats. Nach den Überlieferungen wurde ein Rat aus den 10 ältesten Männern der Stadt gegründet, die dann gemeinsam über das Wohl der Stadt entscheiden sollten. Aber dieses System wies bereits nach kurzer Zeit markante Fehler auf.<br />
Häufig traten die Ältesten für wichtige Entscheidungen zusammen und diskutierten Stunden und Tage lang über das für und wieder, bis sie irgendwann feststellten, dass sie in Früher war alles besser-Feststellungen abgeschweift waren und schließlich nach Tagen vor die voll Spannung wartenden Bürger traten um zu erklären:<br />
<em>»Ähm, könnte uns bitte jemand sagen, worum es ging? Wir haben es irgendwie vergessen.«</em><br />
Tja, auch im alten Tiefenbach war die Demenz schon ein echtes Problem<br />
Aber auch das teilweise extrem hohe Alter selbst erwies sich als tückisch. Tiefenbacher sind hartnäckig und oftmals findet Gevatter Tod statt eines Klienten nur einen Zettel mit der Aufschrift <em>&quot;Habe noch etwas wichtiges zu erledigen, schau bitte in 10 Jahren nochmal rein!&quot; </em>vor.<br />
Und so kommt es schon mal vor, dass Tiefenbacher die 110 Jahre locker überschreiten. Der Nachteil daran ist allerdings, dass dieses gesegnete Alter oftmals hinderliche Unglücksfälle mit sich bringt. Häufig passierte es, dass es den Stadtältesten gerade dann erwischte, wenn er gerade eine Stimmauszählung oder einen brillianten Vorschlag bekanntmachen wollte.<br />
<br />
Also verabschiedeten die Tiefenbacher sich recht schnell von diesem System und beschlossen etwas auszuprobieren, was der Weltreisende Haderlump Rückenwind aus einem Land weit über dem Meer mitgebracht hatte. Dabei handelte es sich um eine Regierungsform eines Volkes, welches große Städte mitten im tiefsten Dschungel errichtet hatte und dessen reiche Goldschätze laut Rückenwind legendär wären. Dummerweise erforderte diese Regierungsform einmal monatlich ein Menschenopfer, um den Grundstein für eine gute Ernte und die Gesundheit des Volkes im nächsten Monat zu legen.<br />
Da die Tiefenbacher allerdings um die Verschlagenheit der Familie Rückenwind wussten und Haderlump eigentlich nur auf Weltreisen war, weil er ständig vor irgendeinem seiner betrogenen Opfer auf der Flucht war, legten sie prompt und für den armen Haderlump völlig unerwartet, selbigen auf den Altar und opferten ihn.<br />
Was soll man sagen, der nächste Monat fiel buchstäblich ins Wasser, durch den ständigen Regen litten die Tiefenbacher an Schnupfen und statt eines Denkmals begrub man den unglücklichen Haderlump Rückenwind zusammen mit seiner seltsamen Regierungsform und versenkte ihn feierlich im tiefen Bach, der wegen der Regenfälle gerade wieder besonders schnell floss und den armen Haderlump mit viel Rückenwind davon trug.<br />
<br />
In den nächsten Jahrzehnten probierten die Tiefenbacher viel aus, die Monarchie, die Anarchie, die Polygamie... oh, moment, falsche Geschichte...<br />
<br />
Interessant wurde es, als zwei durchreisende, anscheinend leicht verwirrte Gestalten sich in Tiefenbach zur Rast niederließen und den Bürgern ihre politischen Lehren zu Gehör brachten. Sie sprachen von der großen Ungerechtigkeit eines vorgeblich freien Marktes, vom schädlichen Einfluss des Kapitals auf den Menschen und von der Korruption der Staatsdiener, die sich als Beamte betitelten.<br />
Mit glühenden Worten lobten sie die Arbeiter und Bauern, sie preisten die Arbeit von vom Volk gewählten Funktionären und gaben bekannt, dass es das Beste sei, wenn alles zu gleichen Teilen dem Volk gehöre.<br />
Die Tiefenbacher lauschten gespannt den Worten und beschlossen, diese neuerlichen Regierungsformen, die je nach Auslegung als Kommunismus oder Sozialismus bezeichnet wurden, einmal zu testen. Als jedoch zwei Tage später einer der beiden, der mit dem großen Rauschebart, bei Bauer Rübenknecht einen Sack Kartoffeln im Namen des Volkes konfiszieren wollte, jagte dieser sie mit gezielten Prügeln seines volkseigenem Dreschflegels vom Hof.<br />
Auch andere produzierendere Bürger des Städtchens kamen mit dem neuen System nicht zurecht und so wurden die beiden Hobbypolitologen zunächst mit volkseigenem Teer übergossen, dann durch die volkseigene Suppenhuhnzuchtgenossenschaft gejagt und unter allgemeinem Jubel und Fahnen schwenken auf einem Holzbalken gefesselt dem tiefen Bach zum Abtransport übergeben.<br />
In Tiefenbach wurden Marx und Engels danach nie wieder gesehen, allerdings geht das Gerücht, sie hätten weit im Osten später noch eine große Karriere gemacht.<br />
<br />
Die Tiefenbacher allerdings gaben nicht auf, sie suchten weiter nach Regierungsformen, die ihnen Ansprüchen genügen würden. Und sie probierten noch vieles aus, was jedoch nicht immer so recht funktionierte. So scheiterte die Diktatur daran, dass sich keiner für den Posten des despotischen Tyrannen fand, nachdem man bei Shakespeare das Wort ?Tyrannenmord? aufgegriffen hatte.<br />
Auch der Polizeistaat funktionierte nicht so richtig, weil die Tiefenbacher Polizei zu der Zeit von der Familie Rückenwind unterwandert war (man erinnere sich an Haderlump Rückenwind) und diese nicht sehr ambitioniert an der Verfolgung staatsfeindlicher Aktivitäten arbeitete.<br />
<br />
Als im umgebenden Deutschland der Nationalsozialismus groß im Kommen war, schauten die Tiefenbacher sich selbstverständlich auch diesen an. Er wurde allerdings verworfen, noch bevor auch nur ansatzweise ein Versuch beschlossen werden konnte. Im Tiefenbacher Stadtarchiv kann man die Begründungen der Ablehnungen im Protokoll der damaligen Sitzung nachlesen:<br />
<div align="justify"> <br />
<ol> <br />
<li>&#160;&#160; Adolf Hitler war ihnen als Führer viel zu klein und seine ständige Brüllerei und seine undeutliche Aussprache wurden als unpassend festgestellt.</li> <br />
<li>&#160;&#160; Rot und weiß hielten die Tiefenbacher für eine unvorteilhafte Farbe für eine Nationalflagge. Sie fanden lila und blau käme besser an und das&#160; Hakenkreuz wäre nur aus einigen asiatischen Kulturen abgekupfert.</li> <br />
<li>&#160;&#160; Braune Uniformen würden schäbig wirken, ihnen wäre ein sanftes grün lieber gewesen.</li> <br />
<li>&#160;&#160; Das Komitee Schönheit für alle fand, die schwarzen SS-Uniformen würden dick machen und hätte lieber ein schönes weiß oder ein zartes rosa bevorzugt. Außerdem fanden sie die Totenköpfe grässlich und wollten lieber gekreuzte Hähnchenschenkel als Banner haben.</li> <br />
<li>&#160;&#160; Und schließlich waren da noch die politischen Ziele, die den Tiefenbachern nicht schmeckten. Da Gott in Tiefenbach wohnte, kamen religiöse Verfolgungen schonmal nicht in Frage. Auch eine Expansion nach Osten oder Westen behagte den Tiefenbachern nicht. Sie hatten weder Interesse am Münsterland, noch an Hessen oder Niedersachsen.</li> <br />
</ol> <br />
</div><br /> <br />
<br />
Also wurde der Nationalsozialismus ersatzlos verworfen und weitergesucht.<br />
<br />
Nach dem zweiten Weltkrieg, vor dem Tiefenbach sich dadurch gedrückt hatte, dass es sich formal zu einer schweizer Kolonie erhob und sich damit für neutral erklärte, befreite man sich vom theoretischen Joch der alpinen Eidgenossen und revoltierte gegen die nicht vorhandene schweizer Kolonialbesatzung. <br />
Nach den Tiefenbacher Befreiungskriegen, die so lange dauerten, bis der Stadtarchivar die entsprechenden improvisierten Schriftstücke herausgesucht hatte, also ungefähr 10 Minuten, wurde der Sieg über die Schweiz verkündet und Tiefenbach rief den unabhängigen demokratisch-sozialistisch-kapitalistischen Sozialfreistaat aus.<br />
Man erklärte sich neutral, trat den Vereinten Nationen bei, erklärte sich als nicht kommunistisches Entwicklungsland und genießt seither die Freuden, ungeteilter Entwicklungshilfe aus mindestens 12 freundlich gesinnten, westlichen Staaten. Die Tiefenbacher leben dadurch in gesundem Wohlstand und haben ein funktionierendes soziales Netz und das ohne übermäßige Steuern zahlen zu müssen.<br />
Nur eine richtige Regierungsform, die suchen die Tiefenbacher noch immer.  
            </div>
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            <name>Farlion</name>
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        <published>2010-08-24T15:10:40Z</published>
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        <title type="html">Wie Gott in Tiefenbach einzog</title>
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                <div align="justify">Tja, die Tiefenbacher und die Religion, das war schon immer ein heikles Thema. Prinzipiell glauben fast alle Tiefenbacher an Gott, allerdings glauben sie nicht an die Kirche. Die Tiefenbacher denken in dieser Hinsicht pragmatisch:<br />Warum sollen sie Missionaren, Bischöfen und ähnlichen geistlichen Würdenträgern ihr schwer verdientes Geld in den Rachen werfen, wenn sie das Beten und Singen trotzdem selbst besorgen müssen? </div> <div align="justify">Entsprechend schlecht bestellt war es auch um das Gelände, auf dem die Kirche sich befand. Ein wandernder Mönch fragte einen Tiefenbacher einmal, warum auf dem Kirchplatz Gras und Unkraut wucherten und niemand etwas dagegen unternähme. Als Antwort erklärte man ihm, dass man die Kirche für Gott gebaut hätte und wenn er Wert auf ein gepflegtes Grundstück legen würde, würde er schon dafür sorgen, dass der Rasen gemäht wird.<br />Diese Meinung verstärkte sich, als im Jahr 1367 Gott in Tiefenbach Einzug hielt. Naja, eigentlich hielt er nicht direkt Einzug. Vielmehr schlurfte in dem Jahr ein alter Mann mit weißem Rauschebart und fast noch weißer Tunika auf den Vorplatz der Kirche und fragte, ob es sich um das hiesige Gotteshaus handele. Der Küster, welcher sich gerade aus dem Dickicht des Kirchenrasens hervorkämpfte, in dem er zuvor 8 Tage völlig orientierungslos herumgeirrt war antworte wahrheitsgemäß mit ja, worauf der alte Mann erklärte:<br /><em>»WENN DAS EUER GOTTESHAUS IST, ZIEHE ICH DORT JETZT EIN, DENN ICH BIN EUER GOTT.«</em><br />Und mit diesen Worten schlurfte er in die Kirche und hängte wenig später ein Schild auf, auf dem zu lesen war:<br /></div><br /><br />
<div align="center"><strong>»Ich bin Gott, euer Herr und stehe euch zu den üblichen Sprechzeiten sonntags zwischen 10:00 und 12:00 Uhr zur Verfügung. Mir egal ob wer kommt oder nicht. Halleluja und Amen, Gott.«</strong><br /></div><br /><br /><br />
<div align="justify">Dann schlurfte er zurück in die Kirche, kam mit einer Sense wieder heraus und begann damit, den Rasen zu mähen. Die Tiefenbacher waren zwar zunächst etwas verwundert, aber sie ließen den alten Mann gewähren. Zum ersten hielten sie es für unangebracht, von Gott zu fordern, einen Beweis zu erbringen, dass er wirklich er ist, zum anderen mähte er ja schließlich alle 14 Tage den Rasen ohne Bezahlung. So gingen 112 Jahre ins Land und der alte Mann war um keinen Tag gealtert und mähte immer noch fleißig den Rasen. Also beschlossen die Tiefenbacher Senatoren sich ein Herz zu fassen, zur Kirche zu gehen, dem älteren Herren seine Göttlichkeit zu bestätigen und bei der Gelegenheit gleich zu fragen, was ihn ausgerechnet nach Tiefenbach treibt. Und Gott antwortete:<br /></div><br /><br />
<div align="justify"><em>»Egal wo ich hinkomme ist es das Gleiche. Alle bitten mich um Wunder oder ich soll Ungläubige bestrafen, Ketzer mit Blitzen erschlagen oder nette alte Damen ersaufen lassen, weil sie eine Warze auf der Nase haben. Es werden Kriege in meinem Namen geführt, die ich nie erklärt habe, Steuern in meinem Namen erhoben, von denen ich nie auch nur einen Taler sehe und wenn ich einen Propheten beauftrage, diese Dinge einmal richtig zu stellen, landet er auf dem Scheiterhaufen.</em><br /><em>Nur in Tiefenbach herrscht immer himmlische Ruhe. Die Menschen beten hin und wieder zu mir, aber sie fordern nicht. Die größte Bitte eines Tiefenbachers war bisher die des alten Küsters vor 112 Jahren. Er betete &quot;Lieber Gott, mähe diesen Rasen, auf das ich den Weg nach Hause finde&quot;. Von der Bescheidenheit dieses Gebets war ich so beeindruckt, dass ich beschloss, mich hier niederzulassen.</em><br /><em>Übrigens, das Dach der Kirche ist undicht. Es wäre nett, wenn mal jemand etwas dagegen unternehmen könnte.«</em><br /></div><br /><br /><br />
<div align="justify">Im Laufe der Jahre lebte der liebe Gott sich in Tiefenbach ein seine wöchentlichen Sprechstunden waren immer gut besucht. Doch auch die Tiefenbacher sind natürlich nicht ohne Sorge und als eines Tages der Holzfäller Ferdinand Fällbaum ihm klagte, dass seine Frau ihm immer nur Zwieback, Marmorkuchen und Kekse vorsetze und er unter dieser trockenen Nahrung leide, beschloss Gott, endlich wieder mildtätig und mitfühlend tätig zu werden. Und so antwortete er dem armen Holzfäller<br /><em>»Ich werde ein Gebot extra für Dich erlassen. Hast Du zufällig eine Steintafel dabei?«</em><br />Die hatte der gute Ferdinand natürlich nicht, aber ein eiligst vom Friedhof organisierter Grabstein gab, nicht ohne Bedenken Gottes natürlich, auch eine gute Steintafel ab. Und so entstand das erste individuelle Zusatzgebot:<br /><strong>Du sollst nichts essen, was beim Hineinbeißen staubt!</strong><br />Und als Gott sah, wie gut es dem armen Holzfäller nun ging, erweiterte er seit vielen Jahren das erste Mal sein Türschild um die Worte:<br /></div><br /><br />
<div align="center"><strong>Individuelle Gebote für jeden Tiefenbacher kostenlos.</strong><br /><strong>Bitte bringen Sie eigene Steintafeln mit, Finger weg von den Grabsteinen!</strong><br /></div><br /><br /><br />
<div align="justify">Seit diesem Tag stehen die Tiefenbacher unter besonderem göttlichen Schutz. Nur einmal noch versuchte der Klerus dort Kirchensteuer einzutreiben, das war im Jahre 1614. Als der Senat dem angereisten Steuereintreiber klar machte, dass die Tiefenbacher nicht bereit wären, auch nur eine Münze Kirchensteuer zu zahlen, betitelte sie der Würdenträger mit dem Satz<br />»Ihr Tiefenbacher seid ein gottloses Volk. Der Herr wird euch dafür strafen!«<br />Doch kaum hatte er den Satz ausgesprochen, als sich der Himmel verdunkelte, schwarze Wolken am Himmel heraufzogen und eine tiefe,&#160; infernalisch laute Stimme sprach:<br /><em><strong>»GAR NICHT WAHR!«</strong></em><br />Das war das letzte Mal, dass sich ein Vertreter eines Glaubens in Tiefenbach sehen ließ.<br />So weit der Blick in die Vergangenheit.<br />Die heutigen Tiefenbacher sind zwar wesentlich moderner geworden, doch schaffen sie es immer noch, sich aus jeder brenzligen Situation und jeder Bedrohung durch religiöse Ränkeschmiede herauszuhalten.<br /></div><br />Und der alte Mann mäht noch immer den Rasen vor der Kirche... <br /> 
            </div>
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        <dc:subject>geschichte</dc:subject>
<dc:subject>gott</dc:subject>
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            <name>Farlion</name>
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        <published>2010-08-24T15:04:29Z</published>
        <updated>2010-08-24T15:10:10Z</updated>
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        <title type="html">Die Glocke (nicht die von Schiller!)</title>
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                <div align="justify">Seit jeher sind die Tiefenbacher die kleinen Meister der Improvisation.<br />Da gab es zum Beispiel eine Begebenheit zur Zeit der Inquisition. Damals zog der Erzbischof von Köln gen Tiefenbach, weil die Bewohner sich standhaft weigerten, der Kirche Steuern und Abgaben in irgendeiner Form zu zahlen. Auf dem Weg nach Tiefenbach befand sich zur gleichen Zeit auch ein Ochsenkarren mit einer großen, bronzenen Glocke, welche von einem Paderborner Glockengießer für das Tiefenbacher Gotteshaus gefertigt wurde. </div> <div align="justify">Die beiden Fuhrleute Ludwig Gutfluch und Heinrich Steinschuss bemerkten das herannahen des Kirchenfürsten hintersich und weil sie nicht in seine Fänge geraten wollten, stellten sie das Gerüst zum Abladen der Glocke auf, zogen per Seilzug (Hebfix' Bester Nr.12 ? Kauft Seilzüge von Hebfix, nichts hebt fixer!) die Glocke hoch und ließen sie dort hängen. Dann machten sie sich mitsamt ihrem Ochsenkarren in die Büsche und wollten dort den Durchzug des Kirchenbonzen abwarten.<br />Der Erzbischof sah jedoch die Glocke und beschloss, sie wäre ein passendes Mitbringsel für seine Kölner Residenz. So stellte sich der Bischof direkt unter die Glocke und wies seiner Schar einige Handgriffe an, den kostbaren Schatz zu bergen. Er bekam nicht mit, wie es in den nahen Büschen zur wahrscheinlich längsten und folgenreichsten Unterhaltung zwischen den beiden Fuhrleuten kam:<br /></div><br /><br />Heinrich: <em>»Ei Ludwig, wat mookt der do?«</em><br />Ludwig: <em>»Ei Heinrich, hei klüüt onse Glock.«</em><br />Heinrich: <em>»Ei Ludwig, wat mook wi nu?«</em><br />Ludwig: <em>»Ei Heinrich, lat uns Stiine smooten!«</em><br />Heinrich: <em>»Ei Ludwig, dann mook wie dat.«</em><br /><br /><br /> <br />
<div align="justify">Und so fingen die beiden an, aus dem Schutz der Büsche heraus mit Steinen nach dem Bischof zu werfen. Aber die Distanz war so groß, dass irgendwie die Glocke einfacher zu treffen war, als der Erzbischof. Und so verlor dieser zuerst sein Gehör und dann die Besinnung. Schließlich traf Heinrich Steinschuss versehentlich den Seilzug Nummer 12 und die Glocke fiel auf den Würdenträger, dessen Gesundheit dadurch nachhaltig litt.<br />Heinrich Steinschuss und Ludwig Gutfluch suchten allerdings mit ihrem Ochsenkarren das Weite und erreichten nach einer Stunde fluchend das rettende Tiefenbach.<br /></div><br /><br /><br />
<div align="justify">Am Stadttor wurden sie schon sehnlichst vom Zimmerer erwartet, der die Glocke schnellstens anbringen wollte, sowie von Fürst Hadranor von Hohenniederwasserbachlauf, einem Abkömmling des alten Isidor, der mit der stattlichen Zahl von 6 Soldaten den Bischof in die Irre führen wollte.<br />Und der Zimmerer fragte sofort:<br /></div><br />Zimmerer:<em> »Ja Heinrich, wo is onse Glock?«</em><br />Heinrich: <em>»De Glock is fott.«</em><br />Zimmerer: <em>»Ja wie isse denn fott?«</em><br />Heinrich: <em>»De hat de Kirchenbonz klüüt.«</em><br /><br />Jetzt schaltete sich der Fürst ein.<br />Hadranor: <em>»Was denn, der Erzbischof hat unsere Glocke geklaut?«</em><br />Heinrich: <em>»Ah jo, de hat onse Glock klüüt.«</em><br />Hadranor: <em>»Und wo ist der Erzbischof jetzt? Wann wird er hier sein?«</em><br />Heinrich: <em>»Ei, de Bischop kimmt net.«</em><br />Hadranor: <em>»Heinrich, sag, warum kommt er nicht?«</em><br />Feixend mischte sich Ludwig Gutfluch ein: <em>»Ei, de Bonz hat wat op de Glock kriecht.«</em><br />Und Heinrich ergänzte: <em>»...jo, de Bonz hat voll wat op de Twelf bekumm.«</em><br />Hadranor: <em>»Ja aber wo ist der Bischof jetzt?«</em><br />Heinrich: <em>»Hei lücht unner onse Glock.«</em><br />Hadronor: <em>»Und was macht er da?«</em><br />Heinrich: <em>»Ei, wat soll de mache? Mich deucht de Bonz geit doot.«</em><br /><br /><br /> <br />
<div align="justify">Man kann den Tiefenbachern ja viel nachsagen, aber Mörder sind sie nicht. Und so machten sich Fürst Hadranor und seine Mannen auf, um nach dem Erzbischof zu sehen. Sie fanden ihn tatsächlich unter der Glocke liegend, die sich glücklicherweise nur über ihn gestülpt hatte, statt ihn zu erschlagen. Allerdings hatte er den Klöppel an den Kopf bekommen, was ihm nicht nur eine gigantische Beule brachte, sondern ihn oben drauf auch noch das Gedächtnis einbüßen ließ.<br />Die Tiefenbacher wären nicht Tiefenbacher, wenn sie nicht schnell einen Plan entwickelt hätten. Sie fällten einen Baum und legten ihn über den Weg. Anschließend verluden sie die Glocke mit viel Mühe wieder auf dem Ochsenkarren, setzten den Erzbischof auf den Kutschbock und erzählten ihm, er wäre ein Fuhrmann auf dem Weg nach Rom, um dem Papst eine Glocke als Geschenk der Tiefenbacher zu überbringen. Dabei sei er wohl vom Bock gestürzt, als sein Ochse versucht habe, ein auf dem Weg liegendes Hindernis zu überspringen.<br />Sie zeigten dem Erzbischof dann noch den Weg nach Rom, indem sie nach Osten wiesen und ließen den verwirrten Mann ziehen.<br /></div><br /> <br />
<div align="justify">Gerüchten zu Folge soll sich der russische Zar ein Jahr später sehr über die Glocke gefreut haben, als sie vom Erzbischof in St.Petersburg abgeliefert wurde. </div> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>geschichte</dc:subject>
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            <name>Farlion</name>
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        <published>2010-08-24T14:56:09Z</published>
        <updated>2010-08-24T15:02:28Z</updated>
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        <title type="html">Die List des verrückten Wolkschütz</title>
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                <div align="justify">Im Jahr 1248 platzte dem Fürsten Isidor fast der Kragen. Immer wieder zogen große Heerscharen durch Tiefenbacher Ländereien, um die Region gegen vermeintliche Eindringlinge zu verteidigen. Dabei vergaßen sie natürlich nicht, den armen Tiefenbacher Bauern zum Wohle aller und für den Kaiser die Vorräte abzunehmen. Bei diesen Gelegenheiten wurden den Bauern wichtig aussehende Schriftstücke gezeigt, welche die Truppen legitimierten, sich am Tiefenbacher Volk schadlos zu halten.<br />
</div><br />
<p> </p> <div align="justify"><br />
Als dem Fürsten eines Tages eins dieser Schriftstücke in die Hände <br />
gelangte stellte er fest, dass es sich dabei um die Gebrauchsanleitung <br />
einer Dose Stiefelfett handelte und seine treuen Untertanen über Jahre <br />
hinweg zum Narren gehalten wurden. Fürst Isidor war jedoch seinen <br />
Untertanen fast immer ein guter Herrscher und so beschloss er, als <br />
erster Fürst seinem Volk die nötige Bildung zukommen zu lassen und die <br />
erste allgemein zugängliche Universität zu errichten. Und so legte Fürst<br />
 Isidor von Hohenniederwasserbachlauf in einem Dezember irgendwann <br />
zwischen 1248 und 1252 den Grundstein zur Freigemauerten Universität <br />
Tiefenbach.<br /><br />
Zwar lässt sich das Jahr nicht mehr genau ermitteln, aber es muss im <br />
Dezember gewesen sein, denn die alten Urkunden zitieren den Fürsten <br />
während seiner Rede zur Grundsteinlegung mit den Worten:<br /> <em>»Warum muss ich mir hier eigentlich die Eier bei einer <br />
Grundsteinlegung abfrieren, während andere sich die Weihnachtsgans <br />
schmecken lassen?«</em><br /> <br /><br />
Von diesem Moment an war es vorbei mit dem Durchzug der fremden Heere, <br />
denn die Tiefenbacher besaßen nun die wichtigste Waffe dieser Zeit: das <br />
Lesevermögen.<br /><br />
Allerdings stand Tiefenbach jetzt vor einem anderen Problem: Kaiser, <br />
Könige und fremde Fürsten zeigten sich nicht sehr erfreut über die <br />
Einbußen an Geld und Lebensmittel und beschlossen Krieg gegen Tiefenbach<br />
 zu führen. Da die Tiefenbacher aber ein friedliebendes, fast schon <br />
pazifistisches Völkchen waren und traditionell nur über eine stehende <br />
Armee von 2 Dutzend Männern verfügten, setzten sich die klügsten Köpfe <br />
der Stadt zusammen und beratschlagten, was nun zu tun sei.<br /><br />
Ein richtiger Krieg, so bemerkte der alte Rödelgund, käme gar nicht in <br />
Frage. Tiefenbach sei schließlich ein kleines Städtchen und hätte ja gar<br />
 keinen Platz für tausende von Gefangenen. Von den sanitären <br />
Einrichtungen, die eine solche Menge Gefangener erfordere einmal ganz <br />
abgesehen. Die Sickergruben und Plumsklos würden ja die Stadtgrenzen <br />
sprengen.<br /> <br /><br />
Da erhob sich Tiefenbachs einziger Eremit und anerkannter Straßengrabenphilosoph, der verrückte Wolkschütz, und verkündete:<br /><br />
»Die Tiefenbacher sollen sein ein Volk von Schneidern und Schildermalern!«.<br /><br />
Sprachs und schlief wieder sanft schnarchend ein.<br /><br />
Die Senatoren und Gelehrten diskutierten nun stundenlang darüber, was <br />
Wolkschütz wohl damit gemeint habe. Der Eremit selbst ließ sich jedoch <br />
nicht aufwecken und befragen, was zweifellos mit dem Genuss seines <br />
eigenen Produkts zu tun hatte, denn Wolkschütz war ein bekannter <br />
Schwarzbrenner, dessen Schnäpse jedoch bei den Tiefenbachern weniger <br />
wegen des Geschmacks beliebt waren, als viel mehr wegen der Fähigkeit, <br />
selbst hartnäckigste Flecken aus Kleidung und sogar den Rost von Eisen <br />
entfernen zu können.<br /><br />
Als die Weisen Tiefenbachs nun gar nicht mehr weiter wussten, zogen sie <br />
schließlich die Gelehrten der Freigemauerten Universität zu Rate und der<br />
 Dozent der Fakultät für kontraproduktive Philosophie, Kuddel Kopfweich,<br />
 deutete die Weisheit des Eremiten wie folgt:<br /> <em>»Malet Hinweisschilder nach Tiefenbach und führt den Feind einen <br />
falschen Pfad. Kleidet Euch wie seinesgleichen und führt ihn zu den <br />
Babbelköppen!«</em><br /><br />
Und so geschah es, dass nur wenige Tage später der Herzog von <br />
Braunschweig seine Truppen entsandte und auf Hinweisschilder stieß, die <br />
ihm den Weg in Richtung Tiefenbach wiesen. Er folgte diesen Schildern <br />
und traf auf einen Trupp Soldaten, welcher die Uniform seiner Truppen <br />
trug und ihm zur Kenntnis brachte, dass die Stadt Tiefenbach nur 3 Tage <br />
in südlicher Richtung liege, sofern er stramm durchmarschiere.<br /> <br /><br />
Nichts ahnend, dass er gerade der gesamten stehenden Armee Tiefenbachs <br />
begegnet war, spornte der Herzog seine Truppen an und erreichte nach 3 <br />
Tagen... Kassel. Das war der Beginn des ersten Kriegs zwischen den <br />
Herzogtümern Kassel und Braunschweig. Und während dieser<br /><br />
Krieg erbittert tobte, nahm in Tiefenbach wieder das Leben seinen gewohnten Gang.<br /> <br /><br />
Auch in den folgenden Jahrhunderten nutzten die Tiefenbacher ihr Talent,<br />
 um sich vor kriegerischen Auseinandersetzungen zu drücken. So ließen <br />
sie beispielsweise den Baron von Bärstamm so lange weiträumig um <br />
Tiefenbach kreisen, bis er sich, dem Wahnsinn verfallen und hysterisch <br />
schluchzend, seiner Kleider entledigte und nackt über eine Wiese tobend <br />
immer wieder ausrief »Es gibt das Örtchen Tiefenbach, nur fand ich <br />
keinen tiefen Bach...«<br /><br />
Von diesem Glanzstück stammt auch die berühmte Redewendung ab, jemanden in die Irre zu führen.</div> 
            </div>
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            <name>Farlion</name>
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        <published>2010-08-21T22:55:51Z</published>
        <updated>2010-08-24T15:03:01Z</updated>
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                <div class="serendipity_imageComment_right" style="width: 88px;"> <br />
<div class="serendipity_imageComment_img"><a  class="serendipity_image_link" title="Isidor zu Hohenniederwasserbachlauf"  rel="lightbox" href="http://www.stadt-tiefenbach.de/info/uploads/pics/isidor.jpg"><!-- s9ymdb:15 --><img width="88" height="110" class="serendipity_image_right" src="http://www.stadt-tiefenbach.de/info/uploads/pics/isidor.serendipityThumb.jpg" title="Isidor zu Hohenniederwasserbachlauf" alt="Isidor zu Hohenniederwasserbachlauf" /></a></div> <br />
<div class="serendipity_imageComment_txt">Isidor zu Hohenniederwasserbachlauf</div> <br />
</div> <br />
<p align="justify">Tief in den undurchdringlichen Wäldern der ostwestfälischen Hochebene liegt das malerische Städtchen Tiefenbach. Fernab jeglicher störender Einflüsse durch die Fesseln konventioneller politischer Richtungen, geben sich die Einheimischen dort ihrer Lieblingsbeschäftigung hin, dem Leben. Tiefenbach ist eine Stadt mit Tradition. Die ersten Zeichen menschlicher Siedlungsgeschichte weisen auf die Jungsteinzeit hin, wie erst kürzlich entdeckte Höhlenmalereien beweisen.</p> <br />
<p align="justify"> <br /></p> <div align="justify">Urkundlich erwähnt wurde Tiefenbach, welches damals noch den Namen »Hohenniederwasserbachlauf« trug, im Jahre 1242. Der Name des Ortes rührt von einem Bach her, der sich tief, sehr tief in das Erdreich gegraben hatte, der aber trotzdem beständig Niedrigwasser führte. Im besagten Jahr 1242 begab es sich, dass der finstere Raubritter Kasimir von Knutendresch den Fürsten Isidor zu Hohenniederwasserbachlauf um seine Burg, sein Gold und sein Eheweib zu erleichtern gedachte.<br />Leider war das Jahr 1242 ein sehr regnerisches Jahr und das Bächlein war bis zum Ufer mit Wasser gefüllt, so dass die eigentliche Tiefe gar nicht auszumachen war. Die Burg schon fest im Blick, spornte der gar üble Raubritter seine Mannen an, den vermeintlich kurzen Weg durch das still vor sich hin plätschernde Bachbett zu beschreiten. Mutig ritt Kasimir an der Spitze seiner räuberischen Spießgesellen und verschwand mit einem leisen Blubb im idyllischen, wenn auch viele Meter tiefen Bach.<br /><br />Rödelgund, des Raubritters alter Waffenmeister stutzte und versuchte mit einer Lanze nach seinem Herrn zu stochern, doch er erreichte den Grund des Baches nicht. Also band er eine zweite Lanze an die erste, dann eine dritte, eine vierte... und als er seinen Herrn immer noch nicht erreichte, entfuhr im ein erstauntes »Uff, wat 'nen tiefen Bach!«.<br />Anschließend zuckte er kurz mit den Schultern, warf die Lanzen ins Wasser und bat kurzerhand um Einbürgerung, weil er gerade arbeitslos geworden war und sowieso nichts besseres vor hatte.<br />Die Hohenniederwasserbachlaufer dagegen zeigten sich tief beeindruckt vom redegewandten Waffenmeister und benannten ihren Ort spontan in Tiefenbach um.Fürst Isidor von Hohenniederwasserbachlauf nahm den alten Waffenmeister in seine Dienste auf und für Tiefenbach begann eine glanzvolle Zeit der Reformation und der Aufklärung. </div> 
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